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Aktionstag 2013

Was ist mit dem kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen im Unternehmen? Hat er nach wie vor große Folgen oder nähern sich Väter und Mütter in ihren Wünschen nach einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie an?

Fotos: MFKJKS, Jürgen Kura

Aktionstag 2013
 „Chance für Väter - Unternehmen denken um!"
im Hilton Hotel, Georg-Glock-Str. 20, 40474 Düsseldorf am 07. November 2013
Einlass ab 9:30; 10:00 - 16:30 Uhr

Mit dieser Frage beschäftigten sich namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis beim diesjährigen 3. Aktionstag der Aktionsplattform Familie@ Beruf.

Anwesend waren u.a.: Prof. Dr. Marion Schick, Vorstand Personal Deutsche Telekom AG, Prof. Dr. Irene Gerlach, Leiterin Forschungszentrum Familienbewusster Personalpolitik, Rainer Ludwig, Geschäftsführer Personal der Ford Werke GmbH, Jutta Kruft-Lohrengel, Präsidentin IHK Essen, Prof. Dr. Gunther Olesch, Geschäftsführer Personal, Informatik u. Recht, Phoenix Contact GmbH & Co. KG und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld.

Tagungsdokumentation

„Chance für Väter - Unternehmen denken um". Unter diesem zeitgemäßen und einprägsamen Motto fand am 7. November 2013 der Aktionstag Familie@Beruf.NRW statt. Rund 300 Teilnehmer und Experten aus Unternehmen und öffentlichen Institutionen fanden sich im Düsseldorfer Hilton Hotel ein, um sich zum Thema „Chance für Väter - Unternehmen denken um" auszutauschen. Jahrzehntelang ging es darum, für die Frauen, die ihre Aufgaben in der Familie mit einer Berufstätigkeit vereinbaren wollen, bessere Bedingungen, z B. durch flexible Teilzeitarbeitsmodelle oder bezahlbare Kinderganztagsbetreuung, zu schaffen. Jetzt sind die Väter an der Reihe.

Fortschrittliche Arbeitgeber arbeiten nun daran, die zunehmende Nachfrage zu befriedigen und die Chancen der Väter zu erhöhen, die sich gerne - mehr als es in früheren Generationen der Fall war - in die Kindererziehung und -betreuung einbringen möchten. Dass diese doch relativ neuen und noch oft kontrovers diskutierten Vorstellungen auf Seiten der Väter nicht überall auf großes Interesse stoßen und dass sich doch bereits viele öffentliche sowie private Arbeitgeber mit der Thematik befassen, ging aus einem sehr lebendigen Bargespräch und den vier gut besuchten Fachforen hervor. Immer mehr Arbeitgeber, Personalleiter und Sachbearbeiter, Betriebs- und Personalräte haben erkannt, dass es wenig sinnvoll ist, beim Thema Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie allein die Frauen zu fördern und zu unterstützen. Ein Arbeitgeber, der gut ausgebildete junge Menschen rekrutieren will, muss Männern wie Frauen und damit Familien neue Chancen geben, das Berufliche und das Private im Sinne einer Work-Life-Balance zu verbinden.

In der von Frau Prof. Dr. Irene Gerlach vom Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik im Auftrag des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW einleitend vorgestellten  Studie: „Vaterschaft in Nordrhein-Westfalen“ werden die Charakteristika und Rahmenbedingungen von Vaterschaft im Spannungsverhältnis von Beruf und Familie in Nordrhein-Westfalen untersucht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Typus des „neuen“ bzw. „aktiven“ Vaters und der Herausarbeitung von Besonderheiten und Trends in Nordrhein-Westfalen. Mittels der Studie sollen Handlungsempfehlungen für Arbeitgebende und für die Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen abgeleitet werden, die dazu dienen, hemmende Faktoren aktiver Vaterschaft ab- und fördernde Faktoren aufzubauen.

Dr. David Juncke von der Prognos AG stellte anschließend die ebenfalls im Auftrag des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführte Studie „Elterngeldbezug durch Väter in Nordrhein-Westfalen“ vor. Die Prognos AG beantwortet in ihrer Untersuchung unter anderem die Fragen, wie das Elterngeld in NRW von Vätern genutzt wird und warum es bisher hierzulande weniger Väter als bundesweit sind, die eine Auszeit für die Familie nehmen.

In der anschließenden Begrüßungsrede stellte der Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen die These auf, dass Familienpolitik Väterengagement braucht. „Die Kernfrage in der Zukunft lautet nicht mehr, wie das Familienleben an die Erwerbstätigkeit angepasst werden muss – sondern wie die Berufswelt familiengerecht gestaltet werden kann“, so Staatssekretär Bernd Neuendorf in seiner begeisternden Rede. „Gute Ansätze seien auch Väternetzwerke in Unternehmen oder eine unterstützende und offene Ansprache von Vätern beim Thema Elternzeit. Sehr wichtig sei: Auch Männer können und wollen Teilzeit arbeiten. Ein Weg für beide könnte die vollzeitnahe Teilzeit sein, die eine berufliche Weiterentwicklung beider ermögliche und trotzdem genug zeitlichen Spielraum für die Familienarbeit biete“, so Neuendorf. Der Staatssekretär mahnte, dass mehr dafür getan werden muss, dass Familien ihr gleichberechtigtes Wunschmodell leben können. Dazu müssen sowohl Frauen, aber eben auch die Männer besser bei Vereinbarkeitsfragen unterstützt werden.

In ihrem Beitrag betonte Vorstandschefin Personal der Deutschen Telekom AG, Prof. Dr. Marion Schick, dass seit 2011 bei der Telekom die Anzahl der Männer, die für weniger als zwei Monate Elternzeit nehmen, um 80 Prozent zugenommen hat. Das eigene Väternetzwerk „Heimspiel“ engagierte sich für Männer und Väter mit dem Ziel, ihnen die Bedenken vor einem Karriereknick bei aktiver Vaterschaft zu nehmen und ein offenes Klima für Eltern bei der Telekom zu schaffen. Es brauche mehr Unternehmen, die lebensphasenbezogene flexible Portfolios für ihre Beschäftigten anbieten, um Familie als öffentliches Gut‘ in unserer Gesellschaft zu fördern, und eine Politik, die entsprechende Rahmenbedingungen und Grundlagen schafft, so Schick.

Forum 1: Väter und Mütter in Führungspositionen: Sind Familie und Führung vereinbar?

Das Forum „Väter und Mütter in Führungspositionen: Sind Familie und Führung vereinbar?", moderiert von Gerda Köster, Personalchefin bei Vodafone Düsseldorf, wurde schnell zur lebendigen Diskussionsrunde.

Dr. Christiane Flüter-Hoffmann vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln stellte aktuelle Forschungsergebnisse ihres Instituts vor. Dabei ging es darum, Erkenntnisse zu vermitteln, wie der persönliche Nutzen für die Familie und der betriebswirtschaftliche Nutzen ins Gleichgewicht gebracht werden können. Dass die von der Wissenschaftlerin dargestellte Win-win-Situation sowohl auf Makroebene (Volkswirtschaft) als auch auf Mikroebene (Management, Beschäftigte) trotz der unangenehmen „Sandwich-Position" der Führungskräfte möglich ist, ergaben auch die anschließenden Diskussionen.

Von den Inputgebern Martina Brokbals, Barmer GEK Hauptverwaltung, Wuppertal, Maren Jackwerth, Vorsitzende des Verbands der Unternehmerinnen, Landesverband Rheinland, Philipp Schaps, Väter an Hochschulen in Führungspositionen, RWTH Aachen, und Rainer Vidal, Bürgermeister der Stadt Nieheim, wurde betont, dass es nicht die eine richtige Lösung gibt, sondern immer nur individuelle Konzepte. Das Gespräch wurde durch Beispiele aus der Praxis und durch besonders eindrucksvolle Beiträge von Rainer Vidal belebt. Der junge Mann, der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde am Teutoburger Wald ist, stellte sein Vatersein sehr positiv dar und fand Formulierungen, die sich einprägen („Kinder sind ein Wert an sich", „Mann muss es wollen"). Er erklärte, es sei für ihn eine Selbstverständlichkeit, sein Kind zu betreuen, einschließlich Wickeln, Aufstehen in der Nacht und anderer Aktivitäten. Das sei noch lange nicht in allen Familien üblich.

Beide Väter konnten in der stark frauendominierten Runde deutlich machen, dass sich mehr ändern muss als nur die Bereitschaft zur Veränderung. Es geht insbesondere um die Abkehr der Unternehmen von der strengen Präsenzkultur, die im digitalen Zeitalter ohnehin immer weniger sinnvoll ist. Es ist essentiell, die Antworten auf die Fragen und Bedürfnisse der Familien und eben auch der Männer individuell zu gestalten. Denn jede Familie ist einmalig.

Forum 2: Paarweise gewinnen: Doppelkarriere-Strategien an Hochschulen in NRW

Über „Paarweise gewinnen: Doppelkarriere-Strategien an Hochschulen in NRW" wurde in Forum 2 informiert und diskutiert. Unter der Leitung von Prof. Barbara Schwarze, Hochschule Osnabrück, wurde das Thema „Dual Career" von allen Seiten beleuchtet. Gerade bei gut ausgebildeten Führungskräften ist es immer öfter der Fall, dass beide Partner Anspruch auf Führungsaufgaben erheben. Wenn die Frau einen Ruf als Professorin bekommt, wird es oft erforderlich, ebenso ihrem Mann an der Hochschule eine entsprechende Position anzubieten. Umgekehrt möchte auch die Partnerin eines Mannes, der bei einem neuen Arbeitgeber z. B. Abteilungsleiter wird, bei gleicher Ausbildung eine ähnliche Stelle im Unternehmen besetzen. Um beide Fälle bemüht sich in größeren fortschrittlichen Unternehmen und anderen Organisationen heute ein „Dual Career Service".

Prof. Dr. Gunther Olesch, Geschäftsführer Personal, Informatik und Recht der Phoenix Contact GmbH & Co. KG, stellte als Experte seine Erfahrungen und Gedanken zum Thema vor. Aus seiner Sicht ist die Maßnahme, Paaren mit Kindern, die beruflich Karriere machten möchten, gleiche adäquate Möglichkeiten anzubieten, eine Chance, den Herausforderungen der demografischen Entwicklung am Arbeitsmarkt und gleichzeitig auch der Abwanderung aus bestimmten Regionen zu begegnen.

Wie es in der Praxis aussehen kann, wenn beide Partner gleichwertige oder ähnliche Aufgaben suchen, zeigte das Beispiel zweier Professoren der RWTH Aachen, Prof. Dr. Martin Grepl und Prof. Dr. Karen Veroy-Grepl, die als Doppelkarrierepaar von ihren Erfahrungen berichteten. Als gut ausgebildete Eltern wollen beide ihre beruflichen Pläne umsetzen. Martin Grepl hatte ein Angebot der RWTH, seine Frau wollte in Aachen nicht auf berufliches Fortkommen verzichten. Beide können ihre Begabungen und Kenntnisse in der jetzigen Position mit Hilfe des „Dual Career Service" der Hochschule vollständig ausloten und einbringen. Nicole Richter von der RWTH Aachen ist verantwortlich für diesen Service. Sie hat die ideale Lösung für das Professorenehepaar Grepl gefunden und vermittelt.

Das beruflich sehr zufriedene Ehepaar Grepl ist nur ein Beispiel dafür, dass es sich inzwischen offenbar herumgesprochen hat, dass wer Fachkräfte ruft, Familien mit Kindern bekommt. Vielen Ehepaaren aus dem wissenschaftlichen Umfeld bieten sich heute schon ähnliche Gelegenheiten, wie Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld, bestätigt. Auch an seiner Universität ist dies zunehmend der Fall.
Die Gesamtkoordination des „Dual Career Netzwerks" im Rheinland hat die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf inne. Auch und gerade der Koordinator dieses wachsenden Netzwerks, Fabian Rodies, bezeichnete in seinem Beitrag Dual Careers als eine immer drängendere Aufgabe, denn, wie er es formuliert, „wer Fachkräfte ruft, bekommt Familien mit Kindern".

Forum 3: Betriebs- und Personalräte: Familienbewusst = Väterbewusst?

„Betriebs- und Personalräte: Familienbewusst=Väterbewusst?" war der Titel des dritten Forums, das sehr engagiert von Sophie Geisel, Erfolgsfaktor Familie, moderiert wurde. An der Diskussion der Frage „Wie macht man Betriebs- und Personalräte zum Motor einer familien- und väterfreundlichen Unternehmenspolitik?" beteiligten sich nicht nur die Inputgeber sehr rege, sondern auch das zahlreiche Publikum.

Ralf Axmann, Mitglied des relativ neuen Väterbeirats beim Landschaftsverband Rheinland, war der erste Mann in der dortigen Gleichstellungsstelle und hat seit der Geburt seines dritten Sohnes zunehmend Interesse für das Thema „Elternzeit für Väter". Aus seiner Sicht geht es darum, eine insgesamt familienfreundlichere Situation zu erreichen - und darin ist er sich einig mit dem zweiten anwesenden aktiven Vater Andreas Post, der bei Siemens arbeitet. Dass bisher nicht allzu viele Väter wagen, offenes Interesse an „Elternzeit für Väter" zu zeigen, sehen beide als Hürde, die es zu überwinden gilt, auf dem Weg zu mehr Engagement der Männer für ihre Kinder.

Zum Teil gab es überraschende Aussagen zur Rolle der Väter von den Praxis-Frauen Astrid Berger-Fels, Bundesagentur für Arbeit, und Ute Brutzki, Bundesverwaltung ver.di, die in der Frauen- und Gleichstellungspolitik sehr engagiert ist und Herrn Thomas Neumann, IG-BCE-Landesbezirk Nordrhein, als Expertin vertrat. So sehen sich diese Frauen, die „Speerspitzen der Gleichstellung" sind, nicht mehr nur als Vorkämpferinnen für die Gleichstellung der Frauen, sondern treten heute in ihren Positionen auch für Väter ein. Und das gerade weil „Väterarbeit heute noch weitgehend belächelt wird".

Viele Institutionen haben jedoch bereits detaillierte Studien vorgelegt, die sich mit der Väter-Gleichstellung beschäftigen. So wurde z. B. in einer Studie nachgewiesen, dass für Väter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie heute wichtiger ist als Aufstiegsmöglichkeiten. Auch die Aussage von Andreas Post fand große Aufmerksamkeit: „Ich möchte Zeit mit meinem Kind verbringen und mir diese Zeit auch jeden Tag nehmen ... und es gibt kaum Dinge, die es rechtfertigen würden, dass ich diese Zeit nicht habe."
Dass vielerorts Betriebs- und Personalräte noch etwas Zeit brauchen, um sich zum Thema „Chancengleichheit für Mütter und Väter" zu positionieren, bzw. dass diese Gruppe noch stärker sensibilisiert werden muss, ergab die Diskussion sehr klar.

Forum 4: Neues Selbstbewusstsein der jungen Väter!

Um das Thema „Neues Selbstbewusstsein der jungen Väter" ging es im vierten, besonders gut besuchten Forum. Hier wurde die Praxis im Detail diskutiert - moderiert von Bernd Altgen, Volks- und Raiffeisenbank Nordeifel eG, der dabei von seinem Kollegen Willi Gerhards, einem aktiven Vater, unterstützt wurde.

Der aktive Vater Willi Gerhards schilderte, wie sich das Arbeitsleben eines engagierten Vaters verändert. So hat die Arbeit eine Zeit lang nicht oberste Priorität im Leben. Vielmehr stehen Familienaspekte, wie z. B. die Entwicklung des Kindes, erst einmal im Vordergrund. Berücksichtigt werden muss dabei auch die Work-Life-Balance der ganzen Familie, nicht nur die der Väter.

Auch dass mehr aktive Väter durchaus Auswirkungen auf den Personalmarkt haben können, ist der Bank in der Nordeifel bewusst. So geht es nicht nur darum, die Bedingungen für die Elternzeit beider Partner zu verbessern, sondern auch darum, ein positives Employer Branding zu erzielen. Dass es für Väter nicht ausreicht, wenn Unternehmen sich als familienfreundlich bezeichnen, sondern dass das Wort „Väterfreundlichkeit" von Unternehmen noch deutlicher beim Namen genannt werden und umgesetzt werden sollte, war eines der Postulate dieses Fachforums.

Experte Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter GmbH, betonte dabei den hohen Stellenwert der Partnerschaftlichkeit von Familie und Unternehmen, durch die erst für beide Seiten sinnvolle Lösungen möglich werden. Jürgen Haas vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen konnte dieser These nur beipflichten. Dabei unterstützt wurde er von den beiden Vertretern der Düsseldorfer Henkel AG & Co. KGaA Sonja Kuch (Global Diversity & Inclusion) und Dr. Christian Cobbers (Väternetzwerk). Henkel beginnt zwar erst mit „Väterfreundlichkeit", unterstützt jedoch diese Entwicklungen grundsätzlich. Denn die Absicht, auch für Väter bessere Bedingungen zu schaffen, muss vor dem Hintergrund des „Kampfs um Talente" auf dem Arbeitsmarkt realisiert werden. Damit ist Employer Branding noch wichtiger geworden. Die Unternehmen sind also mehr oder weniger gezwungen, auch die Interessen der männlichen Mitarbeiter stärker wahrzunehmen und ihnen zu entsprechen, damit die bisherigen Mitarbeiter ihnen erhalten bleiben und auch neue dazukommen.

Bargespräch: „Informationen für Neueinsteiger/-innen mit Beispielen aus der Praxis"

In diesem sehr persönlichen und informativen Gespräch im kleineren Kreis von etwa 15 Diskutanten in der Bar des Hilton Hotels konnten einige grundsätzliche Fragen zum Thema „Informationen für Neueinsteiger/-innen" erörtert werden. An Väterfreundlichkeit interessierten Unternehmensvertretern gab man z. B. Anregungen mit auf den Weg, wie man in Zukunft die Möglichkeiten der männlichen Angestellten in Bezug auf aktives Vatersein optimieren kann. Grundsätzliches Ziel war, das männliche Bewusstsein „sich überhaupt als Vater zu engagieren" in der Arbeitsumgebung zu stärken.

Unter der Leitung von Oliver Steinke von der Landes-Gewerbeförderstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e. V. (LGH) diskutierten Expertin Doris Caspari, eine als „familienfreundlich" ausgezeichnete Unternehmerin (IKS Schön GmbH) aus Neuss, und drei Vertreter (Norbert Schalm, Schalm GmbH, Mönchengladbach; Alexander Steinicke, Steinicke Orthopädietechnik e. K., Dortmund; Dirk Leven, WISAG Gebäudetechnik Nord West GmbH & Co. KG, Langenfeld) weiterer mittelständischer Unternehmen mit den Zuhörern. Dabei ging es in erster Linie darum, den Unternehmensvertretern aufzuzeigen, wie man sich als Unternehmen neu orientieren kann, um nach den Müttern nun auch den Vätern bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Arbeit und familiären Verpflichtungen zu bieten. Die Beispiele aus den kleineren Unternehmen der Diskussionsteilnehmer haben die Anwesenden motiviert, auch im eigenen Unternehmen die Probleme anzugehen und die damit verbundenen Strukturen und Prozesse zu verändern.

Ein familienfreundliches Unternehmen sei, so Moderator Steinke abschließend, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitarbeiter zufrieden sind. Dabei sei die Familienfreundlichkeit eher das Nebenprodukt. Das Schaffen von Mitarbeiterzufriedenheit stehe im Mittelpunkt.