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Aktionstag 2016

„Vereinbarkeit 4.0 – mehr Chancen für Familie und Beruf“

Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten und Chancen für eine flexiblere und damit familienfreundlichere Gestaltung des Arbeitsalltags. Beim diesjährigen Aktionstag der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW haben Expertinnen und Experten gemeinsam mit Akteuren aus Unternehmen einen Blick auf die Potenziale des Mobilen Arbeitens geworfen. Die vorgestellte Prognos-Studie sowie die Präsentationen zu den Key-Notes und aus den Foren können Sie jeweils unterhalb der Texte abrufen.

Grafische Zusammenfassung der Kernthemen des Aktionstags

Einen umfassenden Einstieg zum Verhältnis von Familienleben und Digitalisierung gaben Frau Dr. Jurczyk und Frau Dr. Zerle-Elsäßer vom Deutschen Jugendinstitut. Ihr Fazit lautet, dass die Digitalisierung nicht aufzuhalten sei und es deshalb um ihre Gestaltung im Kontext des Familienlebens gehen müsse. Dabei seien zwei Aspekte besonderes relevant. Zum einen sei es erforderlich, der Gefahr entgegenzuwirken, dass bestimmte Familien nicht von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren können – beispielsweise weil sie keinen Zugang zu den entsprechenden Geräten haben und/oder nicht über die nötigen Kompetenzen im Umgang mit Geräte und Software verfügen. Zum anderen sei es auch wichtig, dass Familien Strategien entwickeln, um einer Vermischung von Beruf und Familienleben begegnen zu können.

Präsentation DJI-Keynote „Familie im Digitalen Zeitalter“

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Vortrag DJI - © Susanne Kurz

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Vortrag DJI - © Susanne Kurz

An der Schnittstelle von Familie und Beruf setzte die Keynote von Herrn Dr. Haumann vom Institut für Demoskopie Allensbach an. Er stellte Chancen der Digitalisierung für die Vereinbarkeit heraus und kam zu dem Ergebnis, dass Eltern, die auch im Homeoffice arbeiten können, Beruf und Familie besser vereinbaren können. Ein wesentlicher Vorteil von der Arbeit im Homeoffice sei, dass die Arbeitswege wegfallen würden und dadurch Zeit gespart würde. Die eingesparte Zeit – im wöchentlichen Durchschnitt sind es fast viereinhalb Stunden – werde v.a. als Familienzeit genutzt. Väter, die auch von zu Hause aus arbeiten können, nutzen die eingesparte Zeit auch zur Entlastung ihrer berufstätigen Partnerin.

Präsentation Allensbach-Keynote „Chancen der Digitalisierung für die Vereinbarkeit“

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Vortrag Institut für Demoskopie Allensbach - © Susanne Kurz

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Vortrag Institut für Demoskopie Allensbach - © Susanne Kurz

In ihrer anschließenden Rede hat Familienministerin Kampmann betont, dass die Digitalisierung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf viele Chancen bringe. Unter Rückgriff auf eine aktuelle Prognos-Studie stellte sie fest, dass die Personalverantwortlichen in Nordrhein-Westfalen Telearbeit, Homeoffice und mobiler Arbeit mehrheitlich offen gegenüber eingestellt seien. Nach ihrer überwiegenden Meinung könne die Digitalisierung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in hohem Maße erleichtern. Jedoch seien Homeoffice und Co. in Unternehmen in Nordrhein-Westfalen eher die Ausnahme als die Regel. Nur ungefähr die Hälfte der Unternehmen biete mobile Arbeitsformen an, das Potenzial läge aber bei zwei Dritteln.
Prognos-Studie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch mobiles Arbeiten in Nordrhein-Westfalen“

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Rede der Familienministerin Kampmann - © Susanne Kurz

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Rede der Familienministerin Kampmann - © Susanne Kurz

Eine Filmaufnahme der Key-Notes, Reden und der anschließenden Podiumsdiskussion mit Familienministerin Kampmann und Unternehmensvertreterinnen und -vertretern können Sie abrufen unter: https://www.mfkjks.nrw/aktionstag-familieberufnrw-im-livestream

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Podiumsgespräch - © Susanne Kurz

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Podiumsgespräch - © Susanne Kurz

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Markt der Möglichkeiten - © Susanne Kurz

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Plenum - © Susanne Kurz

In den Foren am Nachmittag bestand die Gelegenheit zur inhaltlichen Vertiefung und zum Austausch. Frau Dr. Flüter-Hoffmann vom Institut der deutschen Wirtschaft stellte Erfolgsfaktoren und Hemmnisse bei der mobilen Arbeit vor. Sie führte aus, dass es wichtig sei, Führungskräfte einzubinden, weil es für diese mitunter schwierig und ungewohnt sei, „virtuelle Teams“ zu führen. Teilweise fehle auch die Wertschätzung von Beschäftigten im Homeoffice, weil diese nicht im Unternehmen sichtbar seien. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, seien eine regelmäßige Kommunikation und Schulungen hilfreich.

Input Forum 1: „Mobile Arbeiten – Status quo, Erfolgsfaktoren, Hemmnisse und Zukunftsaussichten“

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Forum Mobiles Arbeiten - © Susanne Kurz

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Forum Mobiles Arbeiten - © Susanne Kurz

Dr. Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht, widmete sich konkreten Fragen zu rechtlichen Rahmenbedingungen mobiler Arbeit. Er erklärte, dass es aus rechtlicher Sicht relevant sei, ob es sich bei der Tätigkeit um mobile Arbeit oder Telearbeit handle. Während bei der Telearbeit der Arbeitgeber einen festen Arbeitsplatz gemäß der Arbeitsstättenverordnung einzurichten habe, sei die mobile Arbeit weniger umfänglich geregelt. Doch auch bei mobiler Arbeit müssten rechtliche Bestimmungen wie die Arbeitnehmerschutzgesetze und das Arbeitszeitgesetz eingehalten werden.

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Forum rechtliche Rahmenbedingungen - © Susanne Kurz

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Forum rechtliche Rahmenbedingungen - © Susanne Kurz

Zum Einstieg in das Forum „Führen in Teilzeit“ stellte Dr. Regina Ahrens vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik Eindrücke und Erfahrungen aus zehn nordrhein-westfälischen Betrieben vor. Dabei ist deutlich geworden, dass Führen in Teilzeit ein wichtiges Personalinstrument ist, das die Arbeitgeberattraktivität steigert und die Vereinbarkeit verbessert. Anschließend präsentierten Mitglieder einer Unterarbeitsgruppe der Aktionsplattform ihr Arbeitsergebnis: einen Animationsfilm, der verschiedene Aspekte von Teilzeitführung thematisiert und Umsetzungsbeispiele erklärt.

Input Forum 3: „Führen in Teilzeit“

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Forum Führen in Teilzeit - © Susanne Kurz

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Forum Führen in Teilzeit - © Susanne Kurz

Eine andere Unterarbeitsgruppe der Aktionsplattform nahm ein zentrales Ergebnis des nordrhein-westfälischen Familienberichts zum Anlass, ein Produkt zu erarbeiten: Zeitmangel ist nämlich das größte Problem vieler Familien. Dies stellte Jan Braukmann von der Prognos AG heraus. Deshalb hat die Unterarbeitsgruppe eine Handlungshilfe für die betriebliche Praxis entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Kommunikationsleitfaden, der Hinweise zu Verhandlungen zur Arbeitszeitgestaltung gibt. Die Besonderheit an dem Leitfaden ist, dass er sowohl die Perspektive der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber berücksichtigt.

Input Forum 4: „Zeit für Familie – Ergebnisse aus dem Familienbericht NRW“

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Forum Mehr Zeit - © Susanne Kurz

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Forum mehr Zeit - © Susanne Kurz

Das Programm des Aktionstags finden Sie hier.